Warum fühle ich mich falsch? Hypnotherapie in Hannover: Deine Persönlichkeit als evolutionäre Überlebensstrategie (Teil 1/4)
- Vicdan Bannasch

- 11. Jan.
- 14 Min. Lesezeit
Neurobiologisch fundierte Begleitung und Hypnotherapie in Hannover | Vicdan Bannasch
In meiner Praxis für Hypnotherapie in Hannover unterstütze ich dich dabei, das quälende Gefühl, innerlich falsch zu sein oder als schwarzes Schaf der Familie nicht ins System zu passen, neu zu bewerten. Durch einen traumasensiblen, evolutionären Blickwinkel übersetze ich komplexes neurobiologisches Fachwissen in eine Sprache, die dir hilft, dich selbst besser zu verstehen und im Alltag Entlastung zu finden.
Der Konflikt deiner Persönlichkeit mit dem Gefühl, falsch zu sein
Wenn deine Gedanken um Beweise kreisen

Kennst du dieses dumpfe, klebrige Gefühl, als würdest du im eigenen Leben nicht ins Muster passen, obwohl du dich anstrengst und alles zusammenhältst.
Wie ein einzelner Faden, der sich zu rau, zu dunkel oder zu unruhig anfühlt, weil er das Ganze nicht sieht. Erst im Gewebe wird klar, warum genau dieser Faden gebraucht wird.
Und trotzdem kennst du diese Momente. Du funktionierst, arbeitest, kümmerst dich und fragst dich trotzdem, was mit dir nicht stimmt.
Das Gefühl, falsch zu sein, ist oft ein Alarm, kein Urteil.
Schwarzes Schaf der Familie: Warum fühlt sich das so echt an?
Weil dein System Zugehörigkeit wie Sicherheit bewertet. Wenn du anders wahrnimmst, anders reagierst oder andere Grenzen setzt als der Rest der Familie, kann dein Nervensystem Alarm schlagen, obwohl objektiv keine Gefahr da ist. Dann entsteht ein inneres Urteil, das sich wie Wahrheit anfühlt, obwohl es oft ein alter Versuch ist, Bindung zu schützen.
Warum du trotz allem weiter funktionierst?
Und selbst wenn du nach außen stark wirkst und weiter funktionierst, kann sich innen alles eng anfühlen. Viele Menschen entwickeln genau dort eine hohe Anpassungs- und Leistungsfähigkeit, wo sie sich innerlich nicht sicher fühlen. Das ist kein Widerspruch, sondern eine kluge Strategie.
In dir wächst die Frage, was mit dir nicht stimmt. Genau hier setzen die evolutionären Persönlichkeitstypen an. Sie erklären, wie unterschiedliche Veranlagungen das Überleben der Gruppe sichern und warum du dich heute mit manchen Anteilen so fremd fühlst. In dieser Serie zeige ich dir, warum deine Persönlichkeit keine Störung und kein Defekt ist, sondern eine evolutionäre Überlebensstrategie.
Wenn das Gefühl, nicht dazuzugehören, schmerzhaft ist
Dass du dich fühlst, als würdest du nirgendwo richtig reinpassen, schmerzt oft tief in deinem Inneren. Doch dieses Gefühl ist kein Defekt deines Charakters, sondern eine logische Konsequenz deiner individuellen Geschichte. Die Natur macht selten etwas zufällig, denn sie arbeitet stets mit einer feinen Balance und einer notwendigen Vielfalt.
Die Evolution hat Talente, Wahrnehmungen und Reaktionsmuster ganz bewusst gestreut und eben nicht gleichmäßig verteilt. Du bist nicht so geworden, weil du ein Problem darstellst oder ungenügend bist. Du bist genau so, weil deine Sippe dich in dieser Form gebraucht hätte. Damit eine Gemeinschaft in einer unsicheren Umwelt bestehen konnte, reichte ein bloßer Durchschnitt schlichtweg nicht aus. Es brauchte Individuen, die schneller reagieren oder vorsichtiger wahrnehmen konnten. Es brauchte jene, die weiter dachten, neugieriger ausprobierten oder die Gruppe stärker zusammenhielten. Dein Anderssein war somit ein wesentlicher Teil einer kollektiven Überlebensstrategie. Nicht dein persönliches Fortkommen stand dabei im Vordergrund, sondern der Fortbestand der gesamten Gemeinschaft.
Hör auf, nach Fehlern zu suchen. Fang an zu erkennen, welchen Sinn und welchen Auftrag deine Persönlichkeit in sich trägt.
Warum Anpassung so viel Kraft raubt?
Heute lebst du in einer Welt, die maximale Anpassung belohnt. Mit deiner alten, spezialisierten Energie fühlst du dich leicht fehl am Platz. Du spürst eine Kraft in dir, die scheinbar keinen sinnvollen Einsatzort findet.
Das, was du spürst, nenne ich hier die evolutionäre Persönlichkeitsenergie. Sie ist wie ein innerer Auftrag, der in dir angelegt ist. In Teil 1 kannst du entdecken, warum dieses Gefühl, nicht dazuzugehören, in Wahrheit bedeutet, dass du genau richtig bist. Deine Persönlichkeit wartet darauf, von dir gesehen und endlich verstanden zu werden.
Was sind evolutionäre Persönlichkeitstypen
Warum dieses Modell in Hypnotherapie und traumasensibler Arbeit hilft
Evolutionäre Persönlichkeitstypen beschreiben stabile Unterschiede in Wahrnehmung, Denken und Handeln, die sich aus Sicht der Evolution gelohnt haben, weil sie das Überleben einer Gruppe unterstützen. Statt nach Fehlern in deiner Persönlichkeit zu suchen, schauen wir darauf, welche Aufgabe deine Energie im Gefüge einer Gemeinschaft erfüllen kann. In meiner Praxis für Hypnotherapie in Hannover nutze ich dieses Modell, um zu verstehen, warum sich bestimmte Reaktionen hartnäckig zeigen und wie wir sie behutsam in die Gegenwart übersetzen können.
Und vielleicht ist genau das deine nächste Frage. Was steckt biologisch dahinter?
Chaotisch wirkende Persönlichkeitstypen im Alltag
Bei Tieren und Pflanzen ist für uns ganz selbstverständlich, welches Element zu wem gehört. Ein Fisch gehört ins Wasser, ein Vogel in die Luft, ein Gepard in die Weite der Savanne, ein Kaktus in die Trockenheit. Niemand würde von einem Elefanten erwarten, dass er einen Baum hinaufklettern soll.

Warum du dich mal zu viel, mal zu wenig fühlst?
Beim Menschen tun wir so, als wäre das anders. Hier soll ein Körper alles aushalten, als gäbe es keine Grenzen. Das Nervensystem soll alles regulieren und sich bitte nie erschöpfen. Und die Persönlichkeit soll in jedem Kontext funktionieren, am besten immer gleich gut. Die Gesellschaft erwartet oft, dass der Mensch eine eierlegende Wollmilchsau ist, und wir treiben uns selbst in dieselbe Richtung. Belastbar und sensibel, durchsetzungsstark und immer harmonisch, flexibel und gleichzeitig völlig stabil.
Diese Vielfalt ist kein Zufall, sondern ein evolutionäres Muster, eine lebendige Landkarte der Überlebensstrategien, die Menschengruppen stark machen.
Wenn du dich in deinem Alltag umschaust, siehst du trotzdem etwas anderes. In jeder Familie, in jedem Team, in jeder Runde gibt es Menschen, die zu schnell wirken und andere, die alles zehnmal durchdenken. Menschen, die ständig neue Reize suchen, und Menschen, die sich nach Stabilität und Routine sehnen. Menschen, die im Vordergrund stehen, und Menschen, die still im Hintergrund beobachten und Muster erkennen.
Auf den ersten Blick fühlt sich das oft chaotisch an. Du erlebst dich selbst vielleicht als zu viel oder zu wenig. Zu emotional, zu rational, zu impulsiv, zu vorsichtig. Was wie Chaos wirkt, sind in Wahrheit wiederkehrende Muster. Spuren einer Vielfalt von Persönlichkeitstypen, die überall auftauchen, wo Menschen zusammenkommen.
Warum dein Anderssein deine größte Stärke ist
Die Vielfalt deiner Persönlichkeit ist wie ein Teppich, der erst durch die Verknüpfung vieler Fäden sein Muster bekommt. Ein einzelner Faden allein wirkt manchmal unscheinbar oder störrisch. Im Gewebe zeigt sich, dass genau dieser Faden Spannung hält, Kontrast bringt oder das Bild erst komplettiert. Wenn du dich nur als einzelner Faden betrachtest, wirkt es schnell so, als würdest du nicht passen. Im Miteinander wird sichtbar, warum du gebraucht wirst. So arbeitet auch die Evolution. Sie hat nicht den perfekten Menschen gebaut, sondern eine Gruppe, in der unterschiedliche Energien zusammen ein tragfähiges Ganzes ergeben.
Warum Gleichheit eine Gefahr für die Gemeinschaft wäre
Wenn Menschen einander nur genetisch und von ihren Veranlagungen her geähnelt hätten, wäre diese Vielfalt verloren gegangen. Eine Sippe, in der alle gleich sind, kann nur einen kleinen Ausschnitt dessen leben, was möglich wäre. Sie ist stabil, solange genau diese eine Begabung gefragt ist, und schutzlos, sobald das Leben etwas anderes verlangt.
In Zeiten von Kälte, Hunger und echter Bedrohung war diese Vielfalt überlebenswichtig. Es brauchte diejenigen, die blitzschnell reagierten, wenn Gefahr auftauchte. Andere wogen Risiken ab und bremsten, wenn alle anderen lostürmten. Einige verteidigten die Sippe, wenn sie bedroht wurde. Wieder andere kundschafteten fremde Vorräte aus und organisierten Nahrung, wenn die Jagd ohne Beute blieb. Manche probierten Neues aus und gingen unbekannte Wege. Einige hielten, versorgten und beruhigten. Und andere erkannten Muster, überlegten und planten Strategien.
Du bist kein Ausreißer aus der Norm, sondern Teil eines uralten Musters.
Dein Platz in einem uralten Plan
Je unterschiedlicher die Persönlichkeitsenergien in einer Gruppe waren, desto anpassungsfähiger waren sie, auf das Leben zu reagieren. Das ist der Kern der evolutionären Überlebensstrategie. Nicht die Perfektion einzelner, sondern die gegenseitige Ergänzung zählte.
Vielleicht fragst du dich, warum du immer wieder Verantwortung übernimmst. Warum du als Erste Unstimmigkeiten spürst. Warum du Neues anstößt. In diesem Modell sind das keine Zufälle, sondern Hinweise auf deine starke Energie.
Das führt uns zu der Frage, welche Grundenergien dich prägen.
Das lebendige Feld der fünf Grundenergien
Stell dir eine kleine Sippe vor. Nicht 1000 Menschen, sondern eine überschaubare Gruppe, die miteinander durch Jahreszeiten, Kälte, Krankheit und Konflikte geht. In dieser Sippe konnte niemand alles. Und niemand musste alles können.
Du kannst dir diese Sippe wie ein lebendiges Feld aus unterschiedlichen Grundenergien vorstellen. In dieser Serie nenne ich 5 Grundenergien, die immer wieder in Menschengruppen auftauchen. In diesem ersten Teil schauen wir nur auf das Feld, in dem sie wirken, nicht auf die Namen.
Die einen sind impulsiv, stürmen voran und nehmen Risiken auf sich. Die anderen scannen aufmerksam und bemerken Gefahren früh. Manche entdecken neugierig Neues und probieren aus. Wieder andere sorgen für Bindung, Versorgung und Zusammenhalt. Einige beobachten, analysieren und erkennen langfristige Muster.
In einer Sippe war es nicht wichtig, welcher Typ du bist, sondern was deine Stärke, dein Talent war.
Wie deine Rolle die Gruppe stabilisiert
Welche Rolle dem Überleben aller diente. Je klarer die Menschen ihre innere Energie leben konnten, desto stabiler war die Gruppe.
Vielleicht kannst du deine Herkunftsfamilie oder dein jetziges Umfeld für einen Moment als solche Sippe sehen. Wer war oder ist bei euch die Person, die vorrennt? Wer vermittelt? Wer tröstet? Wer warnt? Wer sucht neue Wege? Oft sind diese Rollen fester verteilt, als sie nach außen wirken.
Welche Rolle nimmst du ein. Notiere dir 2 bis 3 Situationen aus der letzten Woche.
Deine persönliche Strategie im Alltag
So wird aus deiner persönlichen Geschichte ein Teil des größeren Bildes. Deine Energie ist nicht zufällig, sie folgt einer pragmatischen Strategie. Sie hält dich im Alltag pragmatisch handlungsfähig und erinnert dich zugleich daran, wer du bist und wofür du innerlich losgehen willst.
Im nächsten Teil stelle ich die 5 Grundenergien vor und zeige, wie du deine erkennst.
Deine alte Energie trifft auf die moderne Welt
Uraltes Programm in neuem Alltag
Die Programme in deinem Inneren sind uralt. Die Welt, in der du lebst, ist neu. Früher war Orientierung an Sonne, Wetter und Jahreszeiten entscheidend. Heute prägen Bildschirme, Termine und Nachrichten den Alltag. Das Lagerfeuer ist verschwunden und gleichzeitig trägt dein Nervensystem noch immer Artefakte dieser alten Umgebung in sich.

In einer Sippe konnte deine Grundenergie leicht ihren Platz finden. Die Wachsame war gebraucht. Der Mutige hatte seine Momente. Die Versorgende bekam Rückmeldung. Der Fragende durfte zweifeln. Und alle hatten die Möglichkeit, ihre Energie in Bewegung zu bringen, sich auszupowern und Spannung abzubauen. Heute landen dieselben Energien oft in Kontexten, in denen sie sich kaum noch bewegen dürfen und keinen Platz für Entladung finden. Im weiteren Verlauf zeige ich dir Wege, wie du deine Energie sinnvoll entladen und nutzen kannst.
Moderne Umgebungen passen scheinbar nicht mehr
In einer Schule, in der langes Stillsitzen belohnt wird, wirkt eine schnelle, bewegliche Energie störend. In einem Büro, in dem Dauererreichbarkeit erwartet wird, wirkt eine sensible, feine Wahrnehmung überfordert. In Teams, in denen immer Leistung zählt, erscheinen nachdenkliche und abwägende Menschen zögerlich oder schwierig.
So werden aus einst sinnvollen Strategien schnell Etiketten wie zu laut, zu empfindlich, zu langsam, zu sprunghaft, zu misstrauisch. Das heißt nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Häufig fehlt lediglich ein stimmiger Kanal, in dem sich die Energie, die in dir angelegt ist, ausdrücken und entladen kann. Dein Nervensystem versucht immer noch, auf alte Weise Sicherheit zu schaffen, während es die heutigen Situationen durch die Brille von damals sieht.
Deine innere Spannung entsteht genau in diesem Zwischenraum, zwischen alten Programmen und neuer Umgebung.
Spannung zwischen alten Programmen und heute
Dein Nervensystem reagiert nicht auf Kalenderjahre, sondern auf erlebte Sicherheit. Wenn deine Reaktion nicht zur Situation passt, heißt das nicht, dass du falsch bist, sondern dass dein inneres Programm noch in einer anderen Zeit lebt.
In dieser Serie geht es darum, diesen Raum besser zu verstehen und dir neue Möglichkeiten zu zeigen, wie du mit deiner Energie leben kannst, ohne sie zu verraten.
Diese Perspektive kann entlasten. Du bist nicht defekt, sondern Teil eines lebendigen Prozesses, der Anpassung und Wachstum bedeutet. Erlaube dir, dein eigenes Programm zu beobachten, ohne es zu bewerten.
Dein neuer Blick auf dich selbst
Etwas sortiert sich neu in dir
Vielleicht merkst du beim Lesen schon, dass sich etwas in dir neu sortiert. Du erkennst dich in einzelnen Beschreibungen wieder oder spürst ein leises Ja, wenn von bestimmten Energien die Rede ist. Vielleicht ist dein inneres Bild von dir selbst schon einen kleinen Moment weicher geworden.
Bevor es in den nächsten Teilen konkreter wird, kannst du dir selbst einen ersten, sanften Blick zurückschenken. Nicht um dich zu analysieren, sondern um Muster zu sehen. Manchmal werden dadurch Fragen nach Schuld oder falsch leiser und es entsteht ein neuer Blick darauf, warum bestimmte Situationen dich fast wie ein Sog anziehen oder besonders stark berühren.
Zuerst sehen, dann verstehen, dann einverstanden sein
Einverstanden sein mit deiner Art zu sein bedeutet mehr als nur Akzeptanz. Es öffnet einen Raum für Klarheit und Bewusstsein. Dieses Einverständnis schafft einen Blick von oben auf dich selbst. Du gewinnst Abstand zu den inneren Bewertungen und siehst deine Muster aus einer übergeordneten Perspektive. Dadurch entsteht weniger innerer Kampf, mehr Verständnis und die Möglichkeit, bewusste Entscheidungen jenseits von Selbstkritik zu treffen.
Energie bewusst lenken statt unterdrücken
Du beginnst zu erkennen, welcher Kanal deiner Energie fehlt. Du kannst lernen, sie zu lenken und zu kanalisieren, damit dein inneres Feuer und dein Antreiber im passenden Kontext wirken. Sie dienen dir, deinen Beziehungen und deinem Alltag, statt sich gegen dich zu richten oder unterdrückt zu werden. Aus dem Gefühl, falsch zu sein, kann so eine besondere Stärke werden, eine Tugend, die du bewusst einsetzt.

Übungen für deinen Alltag
Die folgenden 3 Übungen kannst du direkt in deinem Alltag ausprobieren. Du kannst alle 3 machen oder dir 1 oder 2 auswählen. Ein leiser Anfang genügt. Die Energie zeigt sich von selbst und 3 Minuten pro Übung sind am Anfang mehr als genug.
Sippenblick auf deine Woche
Nimm dir ein Blatt Papier und denk an 3 Situationen aus der letzten Woche, in Familie, Freundeskreis oder Arbeitsalltag.
Notiere dir kurz, was passiert ist.
Frag dich dann, welche Rolle du jeweils eingenommen hast.
Schau, ob du eher vorangegangen bist, gewarnt hast, verbunden, beruhigt oder im Hintergrund beobachtet hast.
Mit der Zeit wirst du vielleicht entdecken, dass hinter deinen scheinbar chaotischen Reaktionen ein inneres Muster steckt, das sich über viele Erfahrungen hinweg gebildet hat.
So erkennst du nach und nach deine typische Rolle im Gefüge und kannst sie als sinnvolle Energie statt als chaotische Reaktion sehen.
Mikropause bei Selbstkritik
Bemerke Situationen, in denen Gedanken wie „Ich bin falsch“ oder „Mit mir stimmt etwas nicht“ auftauchen.
Finde ein persönliches Codewort für deinen Gedankenstopp. Sag es dir innerlich leise, aber gut hörbar, und atme einmal bewusst aus.
Frag dich leise, wobei dich diese Stimme gerade schützen will.
Erkenne für einen Augenblick, dass es ein altes Programm ist, das sich meldet, nicht die Wahrheit über deinen Wert.
So unterbrichst du automatisierte Selbstkritik und öffnest einen kleinen Raum, in dem du deine Reaktion als alten Schutz und nicht als Beweis für dein Falschsein sehen kannst.
Sicherheitskompass für deinen Alltag
Denk an die letzten 1 bis 2 Monate zurück und erinnere dich an 1 bis 3 Situationen, nach denen du dich innerlich ruhiger, klarer oder stimmiger gefühlt hast.
Notiere dir, was du in diesen Momenten konkret getan hast. Warst du körperlich aktiv, hast mit jemandem gesprochen, etwas organisiert oder abgearbeitet.
Schau, ob es Gemeinsamkeiten gibt. Tauchen bestimmte Arten von Tätigkeiten immer wieder auf, zum Beispiel körperliches Anpacken, konzentriertes Arbeiten oder tiefe Gespräche.
Achte in den nächsten Tagen bewusst darauf, wie sich dein Körper während solcher Tätigkeiten anfühlt und ob du merkst, dass sich Spannung entlädt und dein System sich etwas reguliert.
Notiere dir 1 bis 2 Situationen, in denen du merkst, dass sich deine innere Spannung über Tun oder Kontakt von selbst etwas entlädt.
So entdeckst du nach und nach, wo du unbewusst schon Kanäle für deine Energie gefunden hast. Du erkennst, welche Beschäftigungen und Kontexte dein inneres Feuer auf eine gute Weise aufnehmen, statt dass deine Kraft nur als Pflicht, Zufall oder Überforderung erlebt wird.
Was dich in Teil 2/4 erwartet
Dein erster Blick zurück
In Teil 1/4 hast du begonnen zu sehen, dass deine Persönlichkeit keine Störung, sondern eine evolutionäre Überlebensstrategie ist. Du hast einen Blick auf deine Rolle im Gefüge gewonnen und erste Wege entdeckt, deine Energie im Alltag zu beobachten und behutsam zu lenken.
Ausblick auf die kommenden Schritte
In Teil 2/4 dieser Serie schauen wir genauer hin, wie sich die 5 Grundenergien zeigen und dich unterstützen, deine Persönlichkeit klarer und liebevoller zu sehen.
Häufige Fragen
Was kann ich tun, wenn ich mich in meiner Familie wie das schwarze Schaf fühle
Wenn du dich wie das schwarze Schaf fühlst, ist das oft weniger ein Beweis dafür, dass du falsch bist, sondern ein Hinweis darauf, dass du in diesem System eine andere Funktion hast als erwartet. Familie triggert so stark, weil hier Zugehörigkeit nicht nur ein Gedanke ist, sondern ein körperliches Sicherheitsgefühl. Dein Nervensystem reagiert dann schneller, als du denken kannst.
Hilfreich ist es, die Rolle von deinem Selbst zu trennen. Du bist nicht die Rolle. Du hast sie nur gelernt. Dann kannst du beobachten, was genau dich auslöst, Tonfall, Blick, bestimmte Sätze, und du kannst dir eine kleine Grenze vorbereiten, die du wirklich sagen kannst, ohne dich zu erklären. Nicht als Kampfansage, sondern als neue Spur in deinem System.
Wenn das Gefühl sehr alt ist oder du nach Familienkontakt regelmäßig tagelang innerlich kollabierst, lohnt sich Unterstützung. In einer traumasensiblen Begleitung können wir diese alten Bindungsalarme so regulieren, dass du in Kontakt bleiben kannst, ohne dich dabei zu verlieren.
Ist meine Persönlichkeit dann festgelegt oder kann ich mich noch verändern
Du kannst dich verändern. Deine Grundenergie ist wie eine Ausstattung, aber sie ist kein Schicksal. Du kannst lernen, deine Energie bewusster zu lenken, sie zu regulieren und neue Verhaltensräume zu entwickeln. Entscheidend ist nicht, ob du anders bist, sondern ob du dich in dir selbst sicher fühlen lernst.
Was ist, wenn ich mich in mehreren Energien wiedererkenne
Das ist normal. Niemand ist nur ein Typ. Die 5 Grundenergien mischen sich in jedem Menschen. Oft ist eine oder zwei Energien besonders dominant, während andere eher leise sind. Es kann hilfreich sein, zu beobachten, welche Energie in Stress sofort nach vorn geht und welche in Sicherheit eher auftaucht.
Wie finde ich meine Energie
Du findest deine Energie oft nicht über Nachdenken, sondern über Beobachtung. Schau dir an, wo du im Alltag automatisch Verantwortung übernimmst, wo du dich schnell aufregst, wo du dich nach Ruhe sehnst oder wo du dich lebendig fühlst. Die Übungen in diesem Artikel können dir helfen, deine Rolle zu sehen, ohne dich zu bewerten.
Ab wann sollte ich mir therapeutische Unterstützung holen
Wenn du merkst, dass dein innerer Kampf dich dauerhaft erschöpft, dein Alltag leidet oder du dich immer wieder in denselben Schleifen wiederfindest, kann Unterstützung sinnvoll sein. In einem Erstgespräch können wir gemeinsam sortieren, was gerade wirklich dran ist und welche Schritte für dich hilfreich wären.
Quellen und weiterführende Literatur
McCrae, R. R., und John, O. P. An introduction to the five-factor model and its applications. Journal of Personality, 1992. PubMed: Zum Artikel DOI: Zum Artikel
Costa, P. T., Jr., und McCrae, R. R. The five-factor model of personality and its relevance to personality disorders. Journal of Personality Disorders, 1992.
DOI: Zum PDF Artikel
Nettle, D. Personality: What Makes You the Way You Are. Oxford University Press. ISBN 978-0-19-921143-2. Hugendubel
Sapolsky, R. M. Gewalt und Mitgefühl: Die Biologie des menschlichen Verhaltens. Hanser Verlag
Regulation, Sicherheit und Freude
Wenn du beim Lesen gespürt hast, dass dieses Thema dich berührt, dann nimm das ernst. Vielleicht ist da eine Energie in dir, die lange gegen sich selbst gearbeitet hat. Und vielleicht ist genau jetzt der Moment, in dem du aufhörst, dich zu reparieren und anfängst, dich zu verstehen.
Lass uns gemeinsam deinen Weg finden
Wenn du dich beim Lesen innerlich wiedergefunden hast, ist das kein Zufall. In meiner Praxis in Hannover arbeite ich traumasensibel daran, alte Überlebensmuster zu erkennen, dein Nervensystem zu entlasten und neue Wahlmöglichkeiten zu entwickeln. Im Erstgespräch klären wir, was gerade wirklich dran ist und welche Methoden deinen passenden Weg bilden.
Sanft im Prozess. Kraftvoll im Ergebnis.
Kontakt in Hannover
Praxis: Hypnotherapie Bannasch
Adresse: Velberstraße 13, 30451 Hannover, in den Räumen des Upaya Studio
Terminzeiten: Freitag 8:30 bis 17:00 Uhr
E Mail: info@hypnotherapie-bannasch.de
Schreib mir gern eine E Mail. Ich melde mich persönlich, in der Regel innerhalb von 1 Werktag, bei dir zurück. Während meiner Gespräche kann ich Anrufe nicht annehmen.
Telefon: +49 1512 9560592
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Über die Autorin
Ich bin Vicdan Bannasch, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Hypnotherapeutin. Ich arbeite traumasensibel, ressourcenorientiert und neurobiologisch fundiert. Seit 2012 begleite ich Menschen in einer Klinik für Psychotherapie und Psychiatrie, seit dem 01.08.2025 in meiner eigenen Praxis in Hannover.
Dieser Artikel ist psychoedukativ. Er ersetzt keine Diagnostik, keine medizinische Abklärung und keine Therapie. Hypnose und Hypnotherapie werden in meiner Arbeit behutsam und zielgerichtet gestaltet und sind kein Versprechen auf ein bestimmtes Ergebnis.
Letzte Aktualisierung: 10.01.2026



