Weg von und Hin zu Dein inneres Feld gestalten
- Vicdan Bannasch

- 23. Nov. 2025
- 9 Min. Lesezeit
Weg von und Hin zu Dein inneres Feld gestalten
Die ultimative Balance

Weg von beschreibt die Bewegung weg von Schmerz, Druck und Überforderung. Hin zu beschreibt die Bewegung hin zu etwas, das sich stimmig, wertvoll und lebendig anfühlt. Beide sind normale Motivationsmuster deines Gehirns. Sie geraten erst aus der Balance, wenn eine Seite dein inneres Feld dominiert. Wachsen ist das Zusammenspiel beider Bewegungen. Wuchern beginnt dort, wo eine von beiden dein Feld allein bestimmen will.
Wächst dein Leben oder wuchert es nur?
Lerne, alte Blockaden loszulassen und neue Ziele kraftvoll zu pflanzen. So findest du Klarheit und unerschütterliche Motivation.
Das wilde Feld wenn die Richtung fehlt
Stell dir dein Leben als ein großes Feld vor, dein inneres Feld. Im Moment ist es vielleicht wild bewachsen, ein unübersichtlicher Garten voller Unkraut. Da wachsen Sorgen, alte Glaubenssätze, Ängste und Zweifel. Sie wuchern, oft unbemerkt, und rauben dir Licht und Raum.
Vielleicht spürst auch du diese innere Unordnung und versuchst, ihr einfach zu entkommen. Du fühlst dich blockiert, wenn du ein klares Ziel benennen sollst, siehst die Hin zu Menschen im Vorteil und fragst dich "Ich weiß nicht, was ich will." Für dich ist dieser Wechsel die unbewusst gewählte Lösungsstrategie. Sie ist tief in deinen neuronalen Mustern verwurzelt und darauf gepolt, dem Schmerz zu entkommen. Du wechselst den Job, die Stadt oder die Beziehung, in der Hoffnung, dass die neue Umgebung die ersehnte Lösung bringt. Du erlebst oft kurzfristig eine Erleichterung, auch wenn das Problem selbst nicht gelöst wird. Du flüchtest unbewusst vor dem Unkraut, statt es zu jäten.
Veränderung beginnt oft mit dem unbewussten Druck, wegrennen zu müssen, dieser Druck benötigt bewusste Lenkung. Deshalb atme tief aus und sortiere deine Gedanken.
Verstehe dein Gehirn. Es hat für das Weglaufen einen ausgebauten, dicken Pfad gebaut, die Gewohnheitsautobahn. Wenn du Stress spürst, fährt dein System automatisch diese Route der Flucht. Deine Amygdala, die Alarmzentrale des Gehirns, befeuert sie. Dieses System ist darauf spezialisiert, schnell vor Schmerz zu fliehen, nicht langfristig zu planen. Dabei dominiert Cortisol, das Stresshormon. Es hält dein System im Alarmzustand und aktiviert die alten Fluchtmuster. Wiederholte Fragen, die sich um Schuld und Versagen drehen, verstärken die Stressantwort und halten das System aktiv.
Dein Gehirn ist damit beschäftigt, vor etwas wegzulaufen. Die Energie für Flucht hat Vorrang, das Planungszentrum, der Präfrontale Kortex, schaltet in eine Art Ruhemodus. Für das neue Hin zu Ziel gibt es diesen Weg noch nicht. Dein Gehirn interpretiert diesen Widerstand nicht als Veränderung, sondern als Unmöglichkeit.
Woran merkst du im Alltag, dass du eher vor etwas davonläufst, statt dein Feld bewusst zu gestalten?
Hier liegt das Geheimnis. Es ist nicht falsch, kein Ziel zu sehen. Die eigentliche Blockade, die du hier spürst, ist die Notwendigkeit, zuerst den Weg von Teil zu erkennen. Dein Feld ist einfach noch unbewirtschaftet. Es ist voller Wachstum, aber dieses Wachstum ist nicht deins.
Wahrer Fortschritt ist kein Zuwachs, sondern die Umleitung der Energie.
Die Falle des Zuviels wenn aus Herausforderungen Überforderungen werden
Vielleicht bist du die Hin zu Person. Du siehst dein Ziel gestochen scharf. Dein inneres Feld ist in der Vision schon fertig, du siehst den blühenden Garten klar vor dir. Du handelst wie ein Gärtner, der, blind für die Größe seines Beetes und das wuchernde Unkraut, unkontrolliert Samen und Dünger streut.
Welche deiner Ziele fühlen sich nach echter Sehnsucht an und welche eher nach Pflichtprogramm.
Das ist der Dopaminmotor deines Gehirns. Hier steuert das Belohnungszentrum, das ventrale Striatum, die Aktivität im Präfrontalen Kortex, PFC. Der PFC ist zwar dein Planungszentrum und visualisiert das Ziel, aber der getarnte, überwältigende Antrieb kommt vom Hormon Dopamin. Dopamin ist das Belohnungshormon. Es sagt dir: „Los, mach weiter, mehr ist besser, die Belohnung ist sofort erreichbar.“ Dieser massive Dopaminantrieb führt zur Gefahr der Übersteuerung. Dein Gehirn ist so stark auf die zukünftige Belohnung fixiert, dass es die notwendige Bestandsaufnahme und die Ressourcen, die bereits für die Weg von Arbeit gebunden sind, schlichtweg übersieht.
Wo in deinem Alltag merkst du, dass du Neues auf Altes stapelst, statt Raum zu schaffen?
Dein aktives Gehirn, gelenkt vom Belohnungszentrum, ist in diesem Zustand nicht in der Lage, zu beurteilen, wie viel Platz, Energie und Zeit dein Feld wirklich bietet. Du versuchst, das Neue zum Alten hinzuzufügen. So entsteht ein blinder Fleck. Dabei übersiehst du unbewusst den Weg von Teil, weil du glaubst, du hättest kein Unkraut, sondern nur wertvolle Pflanzen.
Aber die Wahrheit ist: Die gleiche neurologische Übersteuerung, die dich so erfolgreich macht, führt dazu, dass du die Grenzen deines Feldes nicht mehr wahrnimmst. Deine Überlastung, dein Perfektionismus und die Unfähigkeit, Nein zu sagen, sind das Resultat dieses Mechanismus. Sie sind dein unsichtbarer innerer Antreiber. Dieser Antreiber blockiert deinen Fortschritt ebenso effektiv wie mangelnde Motivation bei anderen.
Es ist nicht deine Stärke, die dich erschöpft, sondern das Zuviel ihrer Richtung.
Die Lücke warum beide Wege scheitern
Beide Blockaden führen zum gleichen Ergebnis, Stagnation. Genau hier verlierst du Jahr für Jahr Kraft, obwohl du denkst, du hättest einfach nur nicht genug Disziplin. Der Fehler liegt im entweder oder Denken, ausgelöst durch unbalancierte neurologische Mechanismen.
Wo in deinem Alltag merkst du, dass du weiterfunktionierst, obwohl du innerlich auf der Stelle trittst?
Die Weg von orientierte Gruppe wird von Cortisol und der Amygdala in den Fluchtmodus dirigiert. Der Fluchtkreislauf ist hier die automatische Vermeidung. Der PFC geht in eine Art Ruhemodus. Die Hin zu orientierte Gruppe wird vom Dopamin gesteuerten Belohnungszentrum, dem ventralen Striatum, übersteuert. Das Hamsterrad ist hier die endlose Überlastung. Der PFC wird zwar zur Planung angeregt, aber die Kontrollfunktionen sind getrübt. Beides erschöpft dein System. In beiden Fällen wird deine wertvolle Energie vergeudet, weil die Balance fehlt. Du brauchst nicht noch mehr Anstrengung, du brauchst ein System, das beide Kräfte synchronisiert. Nachdem der blinde Fleck nun beleuchtet ist, wird dir klar, wie wichtig es ist, dein inneres Feld bewusst zu regulieren.
Es geht hier nicht darum, nur deine Gedanken schönzureden. Dein inneres Feld umfasst dein Nervensystem, deinen Körper, deine Entscheidungen und deine Beziehungen. Jeder dieser Bereiche ließe sich einzeln vertiefen, in diesem Beitrag bleiben wir jedoch beim Blick auf die grundlegenden Bewegungen weg von und hin zu. Wie stark innere Bilder und Erinnerungen deine Wahrnehmung färben können, beschreibe ich ausführlicher im Beitrag zum False Memory Effekt wie Vorstellung zum Erinnerungsfehler wird.
Deine Energie darf mehr sein als Flucht oder Hamsterrad.
Die Lösung liegt in der gezielten, neurobiologisch aktiven Entspannung, wie beim Abkühlen eines überhitzten Föhns. Der Föhn hat einen automatischen Kühlmechanismus, unser Gehirn nicht. Doch die Neuroplastizität erlaubt dir, genau das zu trainieren, umzuschalten statt zu reagieren. Damit sich neue Bahnen im Alltag wirklich stabil anfühlen, braucht dein Gehirn erfahrungsgemäß mehrere Wochen mit wiederholten, kleinen Erfahrungen in die neue Richtung, oft mindestens 10 bis 12 Wochen.
Renne nicht noch schneller, wenn die Richtung in eine Sackgasse führt.
Der Weg von Teil raus mit dem Unkraut

Du setzt diese Planung bereits unbewusst um. Du weißt es, nur du weißt nicht, dass du es weißt. Im Alltag ist das Entrümpeln normal. Schrank, Kofferraum, Papierstapel, du machst Platz. Wie Aschenputtel, die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.
Das Ziel ist klar, Platz schaffen und Energieräuber erkennen. Das Unkraut in deinem inneren Feld sind Muster, Blockaden, Selbstzweifel. Erkenne, was dir Energie raubt, zum Beispiel endloses Scrollen und unnötige Verpflichtungen. Anerkenne die Muster und entscheide bewusst, sie zu entlassen.
Die Vakuumfalle. Wenn du nur das Unkraut entfernst, aber nichts Neues pflanzt, entsteht ein Sog. Die Natur hasst ein Vakuum. Wenn du den freigewordenen Raum nicht bewusst mit deinen Hin zu Zielen füllst, wächst dort ohne dein Zutun genau das wieder nach, was du gerade entfernt hast, oder noch hartnäckigeres Unkraut. Die Psychologie spricht hier von Problemverlagerung. Das erklärt, warum du nach harter Arbeit in wenigen Wochen wieder in alten Mustern landen kannst.
Reißt du nur das Unkraut raus, ohne neues Leben zu pflanzen, entsteht sofort ein gieriges Vakuum. Fülle den Raum bewusst, bevor die Sabotage beginnt.
Du musst nicht das komplette Feld umkrempeln, sondern nur das, was du nicht mit in die nächste Ernte nehmen möchtest. Erkenne dabei, dass du bereits wertvolle, leuchtende Pflanzen besitzt, die du unbedingt behalten willst, deine guten Gewohnheiten, deine Stärken und deine starken Fähigkeiten. Du besitzt es, nur du weißt noch nicht, dass du es besitzt.
Wahrer Raum für Neues entsteht, wenn du den Ballast bewusst ablegst.
Der Hin zu Teil bewusst Neues pflanzen
Sobald du Platz geschaffen und die Erde gelockert hast, beginnt der erfüllende Hin zu Teil.
Jetzt säst du bewusst, was du wirklich erleben willst. Es geht nicht um große Visionen, sondern um kleine, erfüllende Schritte, die sich an deinen wahren Werten orientieren. Wähle Ziele, die deine Werte widerspiegeln, zum Beispiel Freiheit, Kreativität oder tiefe Beziehungen. Statt „Ich will gesünder leben“ formuliere „Ich nähre meinen Körper bewusst und gehe achtsam spazieren.“
Frage dich, was an seiner Stelle wachsen soll, wenn das Alte weg ist. Wie möchtest du dich fühlen, was willst du sehen, spüren und erleben? Je klarer dein Bild, desto tiefer wachsen die Wurzeln deiner neuen Gewohnheiten.
Der Hin zu Teil ist der Akt der aktiven Gestaltung und des Manifestierens.
Die Balance finden loslassen und kultivieren

Der Schlüssel zu einem dauerhaft blühenden inneren Feld liegt in der Balance zwischen diesen beiden Kräften. Du lenkst Energie um, weg von dem, was dich bremst, hin zu dem, was dich nährt. So verschiebt sich dein Fokus, Entrümpeln, Nein sagen, Loslassen oder Pflegen, Säen, Dranbleiben. Kein Entweder Oder, sondern ein Atemrhythmus.
Welche Seite deines inneren Feldes braucht heute ein wenig mehr Aufmerksamkeit, das Loslassen oder das Pflegen?
Erinnere dich, die größten Wurzeln wachsen im Verborgenen. Sei geduldig mit deinem Feld, denn die kraftvollste Transformation geschieht unsichtbar.
Fazit ein starker, gesunder Garten
Dein Leben kann wachsen, blühen und Früchte tragen. Jeder Fortschritt beginnt mit achtsamer Selbstfürsorge und bewusster Selbstentfaltung. Veränderung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein stiller, kontinuierlicher Prozess.
Auch wenn im Außen noch nichts sichtbar ist, arbeitet das Innere. Erst wenn die Wurzeln tief und der Garten stark sind, zeigen sich die Ergebnisse.
Manche inneren Felder fühlen sich so überwuchert an, dass es kaum möglich scheint, sie allein zu ordnen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich für diese Arbeit Unterstützung zu holen, sondern ein Akt von Fürsorge dir selbst gegenüber.
Und tröstlich ist, selbst das vermeintliche Unkraut endet nicht im Nichts. Im Kompost deines Lebens wird es zu Erde, aus der neue Samen kräftiger wachsen.
Wahre Veränderung ist kein Feuerwerk, sondern ein leiser Samen, unscheinbar, aber kraftvoll genug, um dein Leben zu verwandeln.
Impuls für heute Nicht zehn Dinge. Ein Unkraut Weg von und ein Same Hin zu heute.
Wenn du magst, schreib mir, welcher Satz dich entlastet hat. Wenn du Begleitung willst, begleite ich dich in deinem Tempo.
Weiterlesen
Warum vs Wozu wie ein einziges Wort den Unterschied zwischen Schuld und Sinn macht, zum Artikel.
False Memory Effekt wie Vorstellung zum Erinnerungsfehler wird, zum Artikel.
Fragen und Antworten
Ich erkenne mich in beiden wieder ist das falsch?
Nein. Viele Menschen tragen Weg von und Hin zu Anteile in sich. In manchen Bereichen willst du nur weg aus Situationen, die sich eng anfühlen. In anderen brennst du für ein Ziel und nimmst vieles dafür auf dich. Entscheidend ist nicht, in welche Schublade du gehörst, sondern ob du erkennst, wohin deine Energie gerade fließt. Sobald du dein Muster benennst, kannst du es regulieren.
Wie kann ich im Alltag anfangen ohne mich zu überfordern?
Starte klein und konkret. Wähle einen Lebensbereich und benenne ein Unkraut, das dir Kraft raubt, und einen Same, den du stärken willst. Plane keine große Lebensveränderung, sondern eine kleine tägliche Handlung, die zu deinen Werten passt, zum Beispiel fünf Minuten bewusste Pause, ein ehrliches Nein oder ein kurzer Spaziergang ohne Ablenkung. Wiederhole diese eine Entscheidung über mehrere Wochen. So lernt dein Gehirn, dass der neue Weg sicher ist.
Kann Hypnose mir helfen meine Weg von und Hin zu Muster zu verändern?
Ja. In der Hypnose arbeitest du in einem Zustand fokussierter, entspannter Aufmerksamkeit. Dein Nervensystem kommt zur Ruhe, während dein inneres Erleben sehr lebendig wird. So kannst du innere Bilder, Überzeugungen und automatische Reaktionen direkt dort ansprechen, wo sie entstanden sind. Weg von Muster verlieren an Schärfe, wenn Sicherheit im Körper erlebbar wird. Hin zu Muster werden klarer und realistischer, wenn du sie mit deinen wahren Werten verbindest. Hypnose ersetzt deinen Willen nicht, sie unterstützt dich dabei, dass neue Entscheidungen sich im Inneren stimmig anfühlen.
Über die Autorin
Vicdan Bannasch ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und Hypnotherapeutin. In ihrer Praxis Hypnotherapie Bannasch in Hannover arbeitet sie traumasensibel, ressourcenorientiert und neurobiologisch fundiert. Schwerpunkte sind PTBS, Ängste, Depressionen, Zwangssymptome, ADHS, Schlafstörungen, Schmerz und Trauerbegleitung. Mehr unter hypnotherapie-bannasch.de. Zuletzt aktualisiert am 23.11.2025.
Sanft im Prozess. Kraftvoll im Ergebnis.
Weiterführende Quellen
Gray J A. The neuropsychology of anxiety. Oxford University Press. Grundlagenmodell von Annäherung und Vermeidung. Zum Artikel.
Schultz W. Behavioral dopamine signals. Trends in Neurosciences, 2007. Übersicht zu Belohnungslernen und Dopamin. Zum Artikel.
LeDoux J. The emotional brain. Simon and Schuster, 1996. Zur Rolle der Amygdala bei Angst und Schutzreaktionen. Zum Artikel.
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